Columbo - Fanseite
 

 

<< zurück
mitglieder menue
 
Login:
Pass:
Auto-Login
 
  Neu anmelden
 
tv-guide
 
Kauft ihr die Columbo-DVD's?
Ja, ich habe schon min. eine Staffel
Nein, ich kaufe sie nicht
Ich warte bis alle Staffeln erhältlich sind
Ergebnisse
 
tv-guide
 
18.10.2017
Heute im TV:
Kompletter TV-Guide
 
 
Die komplette Serie
 
 

Unser Columbo-Forum bietet jedem die Möglichkeit, Fragen zu stellen oder seine Meinung zu äußern.
-> zum Forum

 

Episoden Kommentare

um selbst einen Kommentar abzugeben gehe einfach zur gewünschen Episode, im Bereich "Kommentare" kannst du dann deinen Beitrag einfügen.




Mord nach Termin  
Tonio
15.10.2017 10:12:42
 
Eine von Winzigkeiten abgesehen sehr gute Folge. Columbo wird maximal herausgefordert von einem Täter, der als gerissener Strafverteidiger alle Tricks kennt und bei dem Versuch, einen Mord als Selbstmord zu tarnen, darum auch schlauer vorgeht als die Täter in älteren, vergleichbaren Folgen (sogar dem Einwand in einer vorherigen Folge, dass keine Schmauchspuren auf der Hand des Opfers seien, wird Rechnung getragen!). Dass schon zu Beginn herauskommt, dass es doch einen Fehler gab, ist erstaunlicherweise geschickt: Zum einen wirkt Columbos Verdacht und sein darauf folgendes Ermitteln nicht konstruiert, zum anderen können wir empathischer mit Columbo mitfiebern, wie er es anstellen wird, zum Dritten schließlich wird es ihm und uns umgekehrt nicht zu leicht, da mal wieder die Beweise fehlen. Dass der finale Beweis dann doch ein wenig überraschend kommt, kann das Vergnügen nur ganz unwesentlich mindern, zumal auch dieser mit etwas zu tun hat, was schon am Anfang vorkommt, dort aber als eine von Columbos üblichen Schrullen abgetan wird (Käse!). Ein wenig schade nur, dass dadurch ein anderes Element liegengelassen wird: Wie lautete eigentlich der zweite Witz, den das Opfer seiner Gattin faxen wollte, wo doch der uns bekannte erste etwas unwahrscheinlich (aber keinesfalls ausgeschlossen) erscheinen lässt, dass der Absender sich hiernach die Kugel gibt? War es einfach nur ein Witz oder ein verräterischer Hinweis? Hier baut der Film eine Erwartungshaltung auf, die er nicht einlöst. Für ihn spricht, dass er das natürlich ganz genau weiß. Damit ist er uns, wie Columbo dem Täter, um einen Schritt voraus. 8 von 9. Mit Columbo-Veteran Patrick McGoohan als Mörder-Darsteller und Regisseur. Und mit jeder Menge guter Dialoge, die uns wiederum verschiedene Facetten von Columbos Wesen vor Augen führen, beispielsweise wenn er sich das damals neuartige Verschicken eines Faxes erläutern lässt und vielleicht auch manche von uns sich noch nie Gedanken darüber gemacht haben, dass das so heißt, weil der Empfänger natürlich nicht den Originalbrief, sondern nur ein Faksimlie erhält.

Bluthochzeit  
rkh1979
12.10.2017 00:15:21
 
Ich verstehe nicht, warum die Folge so schlecht bewertet wird.
Meines Erachtens ist sie gut, auch weil sie vom üblichen Columbo Muster abweicht.
Das einzige schlechte an der Folge ist die deutsche Synchronstimme vom Columbo.
Dann lieber Claus Biederstedt, da ja Klaus Schwarzkopf aus verständlichen Gründen zu dieser Zeit leider nicht mehr synchronisieren konnte.

Traumschiff des Todes  
Tonio
05.10.2017 21:00:03
 
Eine gelungene Folge, gehört sie doch zu denen, die das Gesetz der Serie mal wieder variieren – um es im Kern zu bestätigen. Der ungewohnte Schauplatz – die gesamte Folge spielt während einer Kreuzfahrt – bringt Abwechslung, stellt aber ein paar Tugenden des Ermittlers umso deutlicher heraus. Er kann sich des aufdringlichen Kapitäns erwehren und muss mangels kriminaltechnischer Mittel mit besonders altmodischen Methoden vorgehen, was ihm natürlich liegt. Wir scheinen seiner Frau näher zu sein als je zuvor, aber natürlich bleibt ihr Mysterium erhalten. Dass Columbo noch nie auf einem Schiff war, kommt der Folge ebenfalls in jeder Hinsicht zugute und führt zu mehr als nur zu Gags am Rande wie dem running gag um die korrekte Klassifizierung als „Boot“ oder „Schiff“. Natürlich fühlt sich der Täter, der sich auf dem Kahn auskennt, mal wieder haushoch überlegen. Optisch bemerkenswert ist, dass die Kamera sich ausgerechnet auf einem „endlichen Raum“ auffällig oft langer, tiefenscharfer Fluchtperspektiven bedient. Der Ort ist Columbo zunächst einer der unendlichen Weiten und langen Gänge, die ihre Geheimnisse in schier unergründlicher Tiefe zu bergen scheinen. Columbos Haar sieht durch frische Brisen besonders wuselig aus, und obwohl er den Mantel auch mal ablegen darf, wirkt er unter jeder Menge Bikinischönheiten und athletischer nackter männlicher Oberkörper besonders deutlich wie der unpassende Biedermann, grad am Pool. Doch verbindet der Film das alles mal wieder wunderbar mit dem Fall, denn grad an bzw. in diesem Pool findet der Inspektor ein wichtiges Beweisstück. In die gleiche Richtung geht, dass es Columbos obligatorische Seekrankheit ist, die ihn sehr früh eher zufällig auf eine Fährte bringt, die ihn fortan nicht mehr loslassen wird. Die Folge ist mit Robert Vaughn, Jane Greer und Patrick Macnee prominent besetzt. Lediglich von der Greer hätte man gern mehr gesehen; ihre Rolle und das Mordmotiv hätten genauer herausgearbeitet werden können. Aber das kann nicht viel kaputtmachen. 8 von 9

Schreib oder stirb  
Tonio
02.10.2017 06:51:00
 
Ähnlich wie #21 eine Folge, die als Krimi hervorragend ist, von manch anderer aber noch im Empathiefaktor übertroffen wird. Der Mörder ist eiskalt, die herzerwärmenden oder wenigstens skurrilen Nebenfiguren gibt es mit einer Ausnahme nicht, und die muss ins Gras beißen. Wie gelungen war doch in #03 (wegen ähnlichen Themas und der Mitwirkung von Jack Cassidy, der auch hier den Täter gibt, bietet sich der Vergleich an) die Figur einer charmanten Esoterikerin, die gleichwohl zur Erpresserin wurde. Schwamm drüber, was die Haupthandlung betrifft, ist dies ein erstklassiger Columbo. Auch hier geht man weiter als zuvor, ohne das Gesetz der Serie zu brechen: Während in #21 der Täter so unumwunden wie nie den Mord zugeben und Columbo vorhalten konnte, keinen Beweis zu haben, geht der Mörder nunmehr auf eine andere Art besonders clever vor. Wohl noch nie war Columbo dermaßen lange eine Marionette auf der vom Täter bewusst gelegten falschen Fährte, die in allen Details stimmig ist. Dass es am Ende nicht die manchmal etwas hergesuchte plötzliche Eingebung anlässlich einer scheinbar banalen Begebenheit gibt, sondern dass Columbo mühsame Puzzlearbeit leistet und das Gebäude des Täters durch superpräzises Bemerken eines Mini-Fehlers erstmals ankratzen kann, überzeugt („Sie sprachen von Ihnen in der Mehrzahl, aber wenn Sie sich nicht an den Unfall erinnern konnten…“). Weil der Film als Krimi insgesamt und nicht nur in der zweiten Hälfte hervorragend ist (vgl. meinen Text zu #21), würde ich diese Folge geringfügig besser bewerten. Hinzu kommt eine angeblich aus der Not der Kürzung geborene filmästhetische Raffinesse, die an Brian de Palma sowie Richard Fleischers Meisterwerk „Der Frauenmörder von Boston“ erinnert, aber mehr als eine Kopie ist: Passend zum ausgeklügelten Mord zerfällt das Bild in mehrere Rahmen, die das Geschehen aus unterschiedlicher Perspektive zeigen, was zu einem fulminant montierten „Höhepunkt“ des Knalls führt, der nicht nur ein Pistolenknall ist. Last but not least vermag ich – anders als Michael Striss in seinem Columbo-Buch, dem ich in der Wertung ansonsten zustimme – keinen „geringen Kultfaktor“ in der Folge zu erkennen. Grad die Szene im Nobelrestaurant (Vorfahren mit dem gar nicht noblen Auto und Irritation über die Bestellung sowie vor allem die Rechnung) ist gleichsam witzig wie bezeichnend; dito der running gag, dass der Ermittler erstmal einen Kaffee am Tatort braucht. Und Mrs. Columbo sowie ich haben eines gemein: Die Bette Davis, die ist schon eine tolle Schauspielerin. 8 von 9 Punkten.

Ein gründlich motivierter Tod  
Tonio
01.10.2017 16:20:08
 
Man mag es anders sehen, aber für mich gehören zu einem sehr guten Columbo: ein klasse Fall (wobei mir erstklassige „Duelle“ noch wichtiger als hundertprozentige Plausibilität sind), ein gewisser Anteil an Aussagen zwecks Psychogramm der Hauptfigur (also das „Gesetz der Serie“, welches gern variiert, aber nicht völlig gebrochen werden sollte), und beides ergänzt idealerweise einander. Schließlich ist da noch ein Empathiefaktor, oftmals erreicht durch sympathische Mörder oder bei den oft vorkommenden arroganten Tätern durch sympathische Nebenfiguren (Ausnahme: der tolle #51, wo man in besonderem Maße mit dem vermeintlich geschlagenen Columbo selbst mitleidet). Und in dieser Hinsicht schwächelt die ansonsten gute Folge 21, was zugegebenermaßen subjektiv ist. Auffällig ist aber schon, dass the female factor, der für sowas (gern auch durch femmes fatales wie in #02) oftmals sorgt, arg klein geraten und die einzige Frauenrolle recht schnell aus der Schusslinie wie aus der Geschichte ‘raus ist. Und dass es keine in diesem Zusammenhang oftmals bereichernden großen Gaststars gibt, schon eher einen Columbo-Regular: Robert Culp. Dieser gibt den Drecksack dann auch mit Verve, wie gewohnt. Selbst wenn es anfangs scheint, dass seine Figur es Columbo zu leicht macht, sodass der serienübliche frühe Einwand des Inspektors ein allzu tonnenschweres Gewicht hat („Wie konnte der Mörder wissen, dass das Opfer den Raum verlassen wird?“): Da wird was draus! Zum einen hinterfragt diese Folge ganz gezielt die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit, wenn das Verdacht-Lenken auf den Falschen einfach ZU perfekt ist, als dass Columbo daran glauben kann. Zum anderen ist das Scharmützel zwischen Täter und Ermittler in der zweiten Hälfte wirklich außerordentlich stark. Einen Trick Columbos, der in anderen Folgen vielleicht gewirkt hätte (Culp soll Columbo zum Tatort fahren und Columbo sagt ihm nicht, wo dieser ist, auf dass der Täter sich durch Nicht-Nachfragen verrate), entlarvt der gerissene Mörder sofort als „netten Versuch“. Culps Texte sind, z.B. bezüglich des Hins und Hers um die Einschätzung von Columbos Fähigkeiten, saugut und hundsgemein geschrieben. Herrlicher Kontrast des Mannes, der sich unbedingt mit seinem Doktortitel anreden lassen möchte und sich für keinen von „den meisten Leuten“ hält, gegenüber dem Biedermann Columbo, der zusammenzuckt, dass er durch das Löffeln von Kaviar grad „15 Dollar im Mund“ habe. Ein Meisterstück in Bild und Dialog ist ferner eine Szene auf einem Golfplatz, auf dem der Inspektor des Täters Spiel im wörtlichen wie übertragenen Sinne stören möchte – was misslingt. Von allen „Wir wissen‘s, aber ich/Sie habe(n) keine Beweise“-Folgen ist dies vielleicht die expliziteste und fieseste: Die Culp-Figur räumt ihre Täterschaft am Ende der Szene indirekt, aber unumwunden ein, mit einem unausgesprochenen „Ätsch, und damit müssen Sie nun leben“. Muss Columbo natürlich dennoch nicht, aufgrund einer sehr originellen Falle, in der er sich derselben Methode wie der Täter bedient. Insgesamt also eine Folge mit vielen Stärken vor allem gegen Ende, die ich aber aus zu Beginn genannten, teils subjektiven Erwägungen nicht zu den Highlights zählen würde. 7 von 9 Punkten.

Ein Hauch von Mord  
Gast: Hannes
24.09.2017 21:54:59
 
Kein Filmfehler, sondern Nitpicking:Shirley ist Kettenraucherin. Die Schauspielerin ist aber offensichtlich Nichtraucherin, so wie sie mit den Zigaretten umgeht. Leute, die häufig rauchen, handhaben ihre Zigaretten sehr viel selbstverständlicher als Shirley es die Folge über tut.

Tödliche Kriegsspiele  
Dircules
22.09.2017 18:46:47
 
Der Verzweiflung von Shop und anderen kann ich mich nur anschließen. Hans Sievers halte auch ich für eine fürchterliche Fehlbesetzung - vor allem wegen der stimmlichen Nähe zu Gert Günther Hoffmann, dessen Stimmcharakter eher mit Haudegen-Gesichtern wie James Bond oder Captain Kirk in Verbindung gebracht wird. Naja, für diese Folge, die eine überraschend patriotische Seite des Inspektors offenbart, mag die Sprecherwahl etwas weniger unpassend sein.

Wein ist dicker als Blut  
Tonio
20.09.2017 21:03:06
 
Wein ist dicker als Blut und diese Episode ist schwächer als ihr Ruf – finde jedenfalls ich. Keinesfalls ein Totalausfall à la „Bluthochzeit“ und in einigen Aspekten sogar ausgesprochen stark, da haben die Fans dieser Folge (laut Wiki auch Peter Falk höchstselbst) schon recht. Die Stärken liegen (neben einigen Kult-Elementen, einer gewagten Spekulation über Columbos Nachwuchs sowie das erstmalige Vorkommen von „This Old Man“) in der Täterfigur, mit Donald Pleasance prominent besetzt, und in ihrem Verhältnis zu Columbo. Hier ist erstmals voll ausgefeilt, was Columbo, der große Humanist, in einer Ansprache in dem noch besseren „Alter schützt vor Morden nicht“ auf den Punkt bringt: Columbo billigt nicht die Morde, kann aber auch in „seinen“ Mördern noch liebenswerte oder zumindest nachvollziehbare Eigenschaften finden, für die er sie respektiert. Winzer Carsini (Pleasance) ist – darin eigentlich Columbo nicht unähnlich – ein nonkonformer Individualist. Der Inspektor möchte keinen Ferrari fahren, weil er „doch schon einen Wagen hat“, wie er hier sagt, nur als Beispiel. Und Carsini möchte Spitzenweine kreieren sowie erwerben, auch wenn sich dies nicht rentiert. Savoir-Vivre vor Profit, ein sympathischer Idealist, wenn auch ein bornierter Ignorant, da er außer der Welt des Weines wirklich gar nichts kennt. Droht also sein Steckenpferd abzustürzen, so ist dies für ihn wirklich eine Vernichtung von allem, was ihm etwas bedeutet. Daher ist klar, dass der Gegner, der ihn vom Steckenpferd zu stoßen droht, sterben muss. Daher ist andererseits auch klar, dass Carsini vom Morden und Vertuschen nicht besonders viel versteht und es Columbo reichlich leicht macht. Gelegentlich schätze ich, ähnlich Hitchcock, durchaus, wenn die psychologische Konsequenz auf Kosten der Plausibilität geht, hier aber wendet sich dies gegen Columbo, der immer dann am besten ist, wenn Scharfsinn und Empathie gleichermaßen gefordert sind. Und Ersteres ist unterfordert, schade, ein Beispiel: Einer wie Carsini, insoweit absolut stringent, kann sich in einen Menschen nicht hineinversetzen, dem sein Ferrari soviel bedeutet wie Carsini der Wein. Also stellt er den Ferrari des Toten mit geöffnetem Verdeck an eine Klippe und täuscht vor, dass das Opfer ihn dort mehrere Tage so abgestellt hätte, was es aber ums Verrecken nicht getan hätte. Ein echter Ferraristo liebt sein Schmuckstück eben genauso wie ein Winzer aus Leidenschaft die seinen. Kann man drauf kommen… Genauso wie der im Morden Ungeübte nach der Untat eine zittrige Hand hat und einem anderen Mann das Dekantieren eines edlen Tropfens erlaubt, was absolut ungewöhnlich ist.

Und dazu noch die Absurdität des Plans wie Columbos Falle: Dass Carsini seine gesamten Weinbestände aufs Spiel setzt, um die im Affekt noch nicht ganz zu Ende gebrachte Tat zu beenden, passt auch psychologisch nicht. Zu diesem Zweck fesselt er das Opfer, sperrt es im Weinkeller ein und stellt die Klimaanlage aus, um es dort ersticken zu lassen. Kann er wissen, dass dies genau zwei Tage später passieren wird? Die Außentür sieht nicht so aus, als sei sie luftundurchlässig. Kann Carsini ausschließen, dass sich das Opfer noch von den Fesseln befreien kann? Jedenfalls herumhüpfen, eine der zahlreichen Weinflaschen umwerfen, mit dem Glas die Fesseln durchschneiden und/oder zumindest durch eine Verwüstung darauf aufmerksam machen, dass jemand hier anstatt bei einem vermeintlichen Tauchunfall verreckt ist – dies erscheinen mir sehr naheliegende Möglichkeiten. Vielleicht sogar Hinweise geben, aber wir sind leider nicht im von mir sehr geliebten „Alter schützt vor Morden nicht“. Obwohl ich kein Naturwissenschaftler bin, erscheint mir die später geäußerte Annahme geradezu idiotisch, bei 40 Grad Außentemperatur wäre es in einem Weinkeller (!) bestimmt 60 Grad heiß geworden. Und selbst wenn: Dehydriert der Mann da nicht, kann man das nicht feststellen, kann man nicht Spuren des doch recht straff gezogenen Fessel-Seils feststellen? Und zu Columbos Falle wäre zu bemerken, dass er doch kaum wissen kann, dass Carsini daraufhin seine Weinbestände AN EINER GANZ BESTIMMTEN STELLE vernichten wird, was ihn schließlich verrät. Kurzum, kriminalistisch ist die Folge wirklich schwach, sodass auch ein Hitchcock’scher Hinweis à la „Logiker sind nicht kreativ“ nicht hilft: Wie beim Wein gilt: Die Dosis macht das Gift.

Darüber mögen die Qualitäten natürlich nicht vergessen werden, die oben weitgehend schon erwähnt wurden und die mit einem Hinweis auf eine von Julie Harris exzellent gespielte Figur dieser Rezension ein versöhnliches Ende geben mögen. Sie ist die Sekretärin Carsinis, ein wenig altjüngferlich, aber noch attraktiv und würdevoll, sodass sie Empathie, aber weder übergroßes Mitleid noch Spott erntet, ganz wunderbar. Sie himmelt Carsini an, versteht ihn aus tiefster Seele und muss als wahrhaft tragische Figur grad deshalb wissen, dass sie bei ihm nie wird landen können. „Frauen und Wein sind eine herrliche Pracht“, hieß einmal ein Schlager, aber Carsini ist wirklich dermaßen monokulturell, dass seine einzige Liebe nicht roten Rosen und roten Lippen, sondern rotem Wein gilt (um noch einen Schlager zu zitieren). Und weil die Dame das weiß, wird sie nicht die Passive bleiben, sondern die Handlung auf äußerst interessante Weise im letzten Akt vorantreiben. Carsini wählt am Ende das für ihn kleinere Übel (und dass das eine kluge Wahl war, mag man am frustrierenden, umgekehrten Finale des grandiosen „Match Point“ von Woody Allen erahnen). Darauf darf er mit Columbo anstoßen, in einer Episode, die nicht wirklich schlecht und manchmal großartig ist, aber gemessen an ihrem Ruf enttäuscht. 6 von 9 Punkten.
Seite 1 von 164
[<<] [<] [1] [2] [3][161] [162] [163] [164] [>] [>>]
     
   
    Impressum | Haftung | Kontakt | Datenschutz
 
    © www.icolumbo.de 2002 - 2017