Irgendwie ist das gar keine richtige Columbo-Folge. Es fühlt sich eher wie ein Spin-Off oder etwas ähnliches an. Für sich alleine fand ich den Film sogar recht gut. Bemerkenswert, dass so viele witzige Szenen mit von der Partie waren ("Wie heißen Sie?" "Inspektor Columbo" "Haben Sie auch einen Vornamen?" "Inspektor!".
Trotzdem fällt die Episode aus der Reihe raus und daher nicht ganz nach meinem Geschmack.
5/9
@rekath16 Freut mich, dass du endlich nicht mehr "Tödliche Kriegsspiele" wegen der ungewohnten Hans-Sievers-Stimme abbrechen musst. Meine Top 50 hat die Folge jedoch knapp verpasst. Gelungen ist die Synchronisation mit (wieder einmal) Horst Stark als Bösewicht und Hans Paetsch als liebenswürdigem General, und gelungen ist auch der Monolog an Columbos Hund: "Wenn ich wiederkomme und das Auto ist noch immer da, gebe ich dir einen Hundekuchen, aber ist das Auto weg - dann kriegst du auch'n Hundekuchen, weil ich dich liebe." Auf deiner Kauf-DVD ist diese herrliche Stelle übrigens komplett weggeschnitten worden. Schön ist auch, wie Columbo Brailie auf den Geist geht in der Situation, wo er seine Geliebte erwartet, und wie Columbo (dieser diebische Halunke) die Verwirrung der Sekretärin ausnutzt, um sich das Beweisstück zu stibitzen.
Schade ist, dass nicht erklärt wird, wie Brailie es manipulieren konnte, dass die Bücher in der Soldatenkiste angeliefert werden.
Es ist der Kampf der Superhirne, der den Genuss an einem vorzüglichen Katz-und-Maus-Spiel bei "Columbo"erst ermöglicht, aber der nicht allzu raffinierte Colonel Brailie ist sicherlich kein ebenbürtiger Gegner. Auch Robert Foxworth spielt nicht in der ersten Liga der Widersacher.
Mein Urteil: gut, immer wieder gern gesehen, aber weit entfernt von einem Meisterwerk. Ich gebe 4 von 6 Punkten.
Durch die Unterstützung durch den großartigen columbologe kam ich endlich an die Originalfassung von Tödliche Kriegsspiele und fand die Folge richtig gut. Viele witzige Stellen (Kapellenszene) runden das Gesamtergebnis ab.
Der Colonel ist für mich persönlich einer der unsympathischsten Mörder in der Columbo-Geschichte.
8/9
@nubis Beobachtung habe ich heute auch gemacht, als die Folge auf RTLup lief. Ich kann mich für diese Folge nicht richtig begeistern und das liegt an George Hamilton, den ich zu schmierig finde (in "Der Schlaf, der nie endet" stört mich das weniger, warum auch immer). Dass Columbo direkt feststellt, dass die Kippen im Aschenbecher auf dem Schreibtisch des Opfers nicht geraucht worden sind, mag für Nichtraucher nicht nachvollziehbar sein, für Raucher aber mit bloßem Auge sichtbar.
@rockford
Servus, Harald. Man darf nie zu lange von einer lieb gewonnenen Sache weg bleiben, sonst rächt sich das irgendwann. Schön, dass dir "Playback" in der Ursynchronisation so viel wert ist, aber das kriegen wir bestimmt billiger hin.
Wäre sonst ungerecht gegenüber den früheren Tauschpartnern :-)
Ich habe schon lange nicht mehr das Forum besucht, weil ich nie etwas von auch nur irgendwem gehört habe. Wäre das Datum nicht weitergesprungen, hätte ich glauben können, dass diese Seite bereits tot ist. Umsomehr freut mich jetzt (Dezember 2021) deine Antwort. Ich zahle dir 30,- Euro für die ARD Fassung.
Finde die Folge auch eher schwach, würde sie aber nicht ganz so harsch verurteilen wie hier oft zu lesen. Mich stört in erster Linie die etwas konfuse Handlung und die schwache Figur des Mörders. Dafür tritt dann wenigstens die Schwester des Opfers schauspielerisch erwähnenswert in Erscheinung.
Ich habe nichts grundsätzlich gegen die Abweichung vom üblichen Strickmuster ('Ein Spatz in der Hand' finde ich in dieser Hinsicht sogar recht gelungen), nur verliert man in dieser Folge einfach schnell den Faden. Ansonsten hat sie schon einen schönen Flow und ausser dem Opfer sind eigentlich die meisten Personen recht unsymphatisch, was dem ganzen wieder ein parodistisches Gepräge des Hollywoodlifestyles verleiht, der ja gerne bei Columbo durch den Kakao gezogen wird. Klar, besondere Höhepunkte sind hier wohl kaum zu verzeichnen, am wenigsten die reichlich dünne Auflösung am Ende.
:-)
@Encilai Damit das eine überzeugende Spur wird, bezieht sich Columbo auf die Aussage des Uhrenverkäufers, dass Mr. Schaefer ausdrücklich das richtige Datum an seiner neuen Uhr angezeigt haben wollte. Diese kindliche Manie schließt dann aus, dass er die Uhr vor Mitternacht umgestellt hätte.
Im Originaldrehbuch "In Deadly Hate" von Peter S. Fischer wird diese Sache übrigens als finales Gotcha verwendet und nicht nur als Indiz in der Mitte der Mörderjagd.