@krensak Ich denke, Columbo hatte die Sache durchaus unter Kontrolle. Er wird genau darauf geachtet haben, ob Blake dabei ist, den Kragen richtig oder falsch herum aufzusetzen, und in dem Moment, als Columbo sieht, dass Blake den Kragen in dessen Annahme falsch herum aufsetzt, weiß Columbo, dass er in Sicherheit sein wird. Hätte Blake Columbo nicht umbringen wollen, hätte Columbo sich bestimmt wieder aufgerichtet, bevor der Kragen einrasten kann. Vielleicht hat Columbo den Kragen sogar derart präpariert, dass die Verriegelung nicht einrasten kann. Deswegen konnte Columbo den Kragen auch von selbst wieder abheben. Es muss sich dabei nicht um einen Erzählfehler handeln.
Mehr Sorge bereitet mir an dem Ende, dass es keinen Zeugen für Blakes Geständnis und Mordanschlag gibt, so dass Columbo genauso wenig in der Hand hat wie vor der Aktion. Aber den moralischen Kampf der Geister, um den es in der Serie geht, hat Columbo natürlich im Moment von Blakes Erstaunen gewonnen.
Ich muss yellow Recht geben. Columbo riskiert sein Leben, indem er sich darauf verlässt, dass der Mörder nicht nur bereit ist, ihn auch umzubringen, sondern dies schon in dem Moment plant, wo er den Kragen auf die Guillotine setzt. Abstrus. Blake geht ja zu dem Zeitpunkt noch nicht davon aus, dass er entlarvt werden kann. Und während er für den Mord an Dyson ein klares Motiv hat, ist das Ärgernis, von Columbo vielleicht noch eine Weile belästigt zu werden, bevor dieser mangels Beweisen den Fall schließen muss, kein sicheres Motiv. Hätte also Blake den Kragen in der aus seiner Sicht ungefährlichen Position aufgesetzt und dann Columbo nur ein bisschen ärgern wollen (vielleicht, um ihn von weiterer Verfolgung abzuschrecken), dann wäre Columbo tot. Die Gefahr eines solchen Unfalls ist natürlich gering, denn wenn Blake den Kragen in der aus seiner Sicht sicheren Position aufsetzt, wird er normalerweise die Guillotine nicht auslösen. Aber auch eine 5%ige Chance wäre mir in so einer Situation zu viel.
Darüber hinaus hätte Columbo genausowenig wie vorher Dyson den Kragen selbst abheben können, nachdem er mal verriegelt war, egal ob nun "safe" oder "unsafe" eingestellt war, zumindest nicht flott. Damit hätte Blake sich ohne Weiteres aus dem Staub machen können. Also eine von Columbo ziemlich unprofessionell herbeigeführte Situation. Dass der Kragen dann plötzlich unverriegelt war, also leicht abhebbar, ist ein Film- oder Erzählfehler.
Das Argument mit dem Kreuzschlitzschraubenzieher gewinnt durch die Anwesenheit beider Schraubenzieher, nämlich des normalen und dessen mit Kreuzschlitzkopf eine gewisse Berechtigung. Überzeugender wäre es gewesen, wenn der "aus der Hand gefallene" Schraubendreher ein Kreuzschlitzmodell gewesen wäre und die Schraube eine normale. Dann wäre das Argument praktisch unwiderlegbar geworden.
@Encilai Wir sollen denken, dass Viveca recht hat mit ihrer Vermutung, sie habe sich die Vergiftung geholt, als sie die gestohlene Cremedose geöffnet hat. Wir sollen denken, indem Viveca die Dose samt Inhalt vernichtet, sei sie nun sicher und Columbo könne ihr niemals etwas beweisen. Deswegen wirkt sie so entspannt und selbstsicher, als ihr Büro durchsucht werden soll. Dass Viveca sich aber in Wahrheit die Vergiftung während des Mordes an Karl Lessing zugezogen hat, haben wir nicht auf der Rechnung, bis Columbo rausfindet, dass auch er sich am Tatort vergiftet haben muss.
Ich habe das Ende so verstanden, dass die Mörderin und Columbo, sich die Vergiftung an der Hand, nicht durch die Creme geholt haben und daher war in dem Glas die Wunder-Anitfaltencreme.. Deshalb auch die Slow-Mo Einstellung, als das rote Glas und damit die Existenz vollends vernichtet wird. Wie seht ihr das?
@rekath16: Warum die "exzentrische" Suche Columbos nach der Tatwaffe? Der Mord wurde so schnell entdeckt, dass der Mörder noch im Haus sein musste. Von einer Flucht ist jedenfalls nichts bemerkt worden und Columbo war ja überzeugt, dass das Opfer den Mörder kannte. Deshalb konnte die Waffe noch nicht "entsorgt" worden sein und ihr Fundort hätte schon Hinweise auf den Täter geben können. Oder zumindest auf den Tathergang. Dass sie nachher auf dem Aufzug gefunden wurde, machte ja auch klar, dass der Mörder nicht von außen gekommen war, denn dann hätte er die Waffe einfach wieder mitnhemen können.
@Christian: Dass der Ermordete schlief und deshalb seine Brille nicht aufsetzte, schloss die Ballistik aus. Er hat sich ja aufgerichtet und wurde deshalb im Sitzen von dem Schuss getroffen. Das kann man auch aus dem Winkel des Schusskanals im Körper feststellen, wenn sicher ist, dass der Täter sich nicht direkt vor das Opfer gestellt und die Pistole bewusst in einem Winkel gehalten hat, die einen Schusskanal gibt, der dem einer im Sitzen aus der Distanz (und 1m bis 1,50m Höhe) erschossenen Person entspricht. Aus der Nähe kann man den Winkel hinkriegen, aber dann wären Schmauchspuren an der Kleidung des Opfers gewesen. Wenn man die Waffe aber in eine hinreichend große Entfernung bringen will, muss man bei einer liegenden Person in die Höhe gehen, um den gleichen Schusswinkel relativ zum Körper zu bekommen wie bei einer sitzenden aus geringer Höhe. Das ist kaum zu schaffen. Aus dem Eintrittswinkel der Kugel und der Brille auf dem Kopf zusammen kann man dann schon mit hoher Wahrscheinlichkeit wie Columbo schließen, dass das Opfer seinen Täter kannte. Ist natürlich trotzdem ziemlich scharfsinnig.
Ich fand die Folge auch deutlich besser als sie hier auf der Infoseite besprochen wird. Allerdings ist das Mordmotiv nicht ganz so plausibel. Kay Freestone hatte vorher ausgesprochen positive Gefühle gegenüber Mark McAndrews, nahm sogar an, er würde ihr seine vorherige Stelle anbieten. Dass er sie dann nicht (oder noch nicht) für geeignet hielt, hat sie sicher verletzt, aber sie muss doch auch gesehen haben, dass er versuchte, ihre Enttäuschung zu mildern, mit dem Geschenk eines Luxusautos. Und ihr im Film gezeichneter Charakter war der einer harten Arbeiterin und stolzen Kämpferin, die auch Empathie hat, nicht unbedingt der eines eiskalten Racheengels. Würde so jemand ohne vorhergehende langdauernde Krise den Liebhaber töten, der sie ja später immer noch fördern konnte? (Allerdings vielleicht nicht fördern wollte, denn nach New York mitnehmen wollte er sie auch nicht.)
@Encilai Noch bärenstärker finde ich daran, dass Columbo in dieser Szene in seiner Mörderjagd keinen Schritt weiter kommt und einen für die sonst so streng auf das Nötigste komprimierten 70-Minuten-Folgen untypischen Rückschlag erleidet. Wie er enttäuscht den Kopf hängen lässt, das finde ich noch lustiger.