Diese Folge ist Top. Am besten gefällt mir das Ende: der Inspektor und Sergeant Wilson ziehen einen Brief nach dem anderen aus ihren Taschen. Santini ist sprachlos...
Die Geschichte ist in sich schlüssig und wird nie langweilig.
Eine grossartige Geschichte! Ich liebe diese Folge aus der Dekade der Colum-bo-Ära über alles
Hier erinnert mich Columbo zeitweise an seinen Berufskollegen Guido Brunetti – andere Zeit, anderes Land, aber die Gesellschaft ist fast dieselbe! Die Ge-schichte ist quasi eine Parabel, dass eine dekadente Gesellschaft auch nur de-kadente Jugendliche hervorbringen kann. Sie sind es gewohnt ihre Probleme entweder mit Geld oder Gewalt zu lösen. Sowohl die Eltern als auch die Schule sind kläglich daran gescheitert diese Burschen zu erziehen. Das kapiert Colum-bo ziemlich schnell: Die Arroganz der Macht eben! Justins Vater ist erfolgrei-cher Anwalt, der sich mehrmals herausnimmt, Inspektor Columbo zu massre-geln, ihm buchstäblich sagen zu können, wie er seinen Job zu machen habe! Was für pädagogische Talente kann man von so einem Vater also erwarten!
Diese Burschen haben in ihrem jungen, hedonistischen Leben einfach von al-lem zuviel gehabt, vielleicht langweilen sie sich auch gerade deswegen, weil ihr Leben von den Eltern bereits klar vorbestimmt wurde. Sie sollen erfolgreiche Geschäftsmänner werden – koste es was es wolle! Bei soviel Zwängen und Mangel an Perspektiven sind schon manche auf dumme Gedanken gekommen (Prinz Charles ist ein besonders tragisches Vorbild).
Eine besonders süffisante Szene ist der Moment, wo Justin und Cooper über eine versteckte Wanze in Vaters Büro ein Gespräch verfolgen in dessen Verlauf sich dieser darüber auslässt, was er von seinem Sohn und dessen Freund hält. Dazu kann man nur sagen: Der Lauscher an der Wand, hört nur die eigene Schand!
Dass in dem betreffenden Video Harold McCain zusammenzuckt und sich insofern verdächtig macht, ist eine ganz tolle Idee der Drehbuchautoren. Da haben sie sich wohl von einem der berühmtesten \'Filmfehler\' der Kinogeschichte inspirieren lassen. In Alfred Hitchcocks \"Der Unsichtbare Dritte\" zieht Eva Marie Saint in einem Ausflugsrestaurant blitzschnell für (fast) alle Anwesenden eine Schusswaffe um Cary Grant zu \'erschiessen\' doch ein kleiner Junge (nur eine Komparsen-Rolle) hält sich schon zuvor die Ohren zu! Danke Mr. Hitchcock, da haben sie ein Samenkorn in die Erde gesteckt, das sich zu einem grossartigen Coup de Theatre in einem Kriminalfilm entwickeln konnte.
Auch ich liebe diese Folge. Schon irgendwie hintersinnig, wie Ruth Gordon in Filmen oft als schrullige, exzentrische alte Dame ihre Berufskollegen buchstäblich \'an die Wand\' spielt. Vielleicht erinnert sich jemand, wie sie in dem Kriminalthriller \'Eine Witwe mordet leise\' einer Witwe zum Opfer fällt, die sich dann den Wertsachen ihrer Opfer annimmt. Hier darf sie jetzt selber mal jemanden ermorden. Die Perfidie, mit welcher sie den Mann umbringt ist für mich grosses Kino. Hier haben sich die Drehbuchautoren anscheinend einem weitaus grösseren Vorbild als Conan Doyle bedient – Ist da wirklich noch keiner von Euch darauf gekommen? Natürlich Edgar Allen Poe! Ein Mensch wird \'lebendig begraben\' wie in der Kurzgeschichte \'Das Fass Amontillado\' und muss elendiglich ersticken, verdursten, verhungern – das ist wirklich abgrundtief grauenhaft. Aber es handelt sich ja auch um einen Rachemord von einer Frau und Mutter (!!) ersonnen.
Einige der Besten Columbo-Folgen sind für mich oft jene, dessen Dramatik an der Grenze zur Weltliteratur angesiedelt sind.
hallo alexander, um an dein Kommentar wegen des Motives wollte ich dir schreiben das das Motiv von Paul :er war wie man sah offensichtlich an eric wagners frau Shirley interessiert und hat mit den mord an eric sogar zwei fliegen mit einer klappe schlagen wollen. er bekommt die frau die ja jetzt besitzerin der Football Mannschaft geworden ist. da wie man ja sah beide sich gut verstanden würde ich sagen er wollte frau und footballmannschaft haben den durch eine heirat wäre er ja auch Besitzer dessen geworden. ich sehe diese folge recht gerne .das einzige manko was auch andere schon kritisierten ist eben das der knackpunkt mit der Wasserlache am Beckenrand.kein mensch kostet das wasser was im becken ist extra ,geschweige den das was so am Beckenrand ist.das ist zu weit hergeholt finde ich. und noch dazu -auch schon von den anderen angesprochen-die californische Hitze.er bestellte Fruchtsaft noch vor dem mord und 45 Minuten später ist das wasser noch immer nicht verdunstet am Beckenrand???aber was top war die Überführung mit dem band wo der halb-Stundenschlag darauf fehlte auf der aufnahme.
Also wenn hier jemand das Motiv für den Mord nicht erkennt, hat er wohl jedes Mal den Anfang des Filmes versäumt, oder wie es in einem Kommentar zu \"Schwanengesang\" heisst: Diesen Drachen hätte ich wohl auch umgebracht. Die Dialoge zwischen Galesko und seiner Ehefrau sind ganz grosses Kino!! Er ganz ungeschminkt sarkastisch, sie noch kurz vor ihrem Tod (den sie mit etwas Grips hätte kommen sehen!) fast deplaciert schnippisch (-Werde jetzt bloss nicht pathetisch-) und als sie endlich die Waffe auf sich gerichtet sieht, der wichtigste Dialog im ganzen Film: \"Sei kein Narr! Sie werden herausfinden, dass Du es gewesen bist!\" – \"Das Risiko gehe ich ein!\" – und PENG!
Meiner Meinung nach einer der dramatischsten Momente in der ganzen Columbo-Serie; und vielleicht die Ursache, warum Galesko am Ende als Mörder einen fast stümperhaften Fehler macht, als er die betreffende Kamera in einem Anfall von aufflammendem Zorn \"identifiziert\" – anscheinend war ihm wirklich egal, welche juristischen Folgen der Mord an seiner ewig nörgelnden Ehefrau für ihn haben wird; die Hauptsache für ihn war, dass er für einige Tage bis zu seiner Überführung endlich FREI war – nach mir die Sintflut!
Betreff: Wo ist das Motiv?
Filme folgen einer anderen Logik als unser Verstand, die Realität – oder was jeder einzelne für die Realität hält. Und nichtsdestoweniger hat Columbo am Ende den richtigen Mörder überführt! Liebe Leute, seid so vernünftig nicht die andere Wirklichkeit einer Krimiserie, sei sie äusserlich noch so authentisch, mit der Wirklichkeit zu verwechseln. Das ist nicht Aktenzeichen XY sondern das Produkt von sehr findigen Drehbuchautoren. Eigentlich ist ja Columbo gerade deshalb ein dermassen genialer Kriminalist, weil er nicht nur Verstand anwendet sondern auch sein Bauchgefühl und (ganz wichtig) Fantasie. Da ist viel Psychologie im Spiel, auch wenn sich in einer anderen TV-Serie eine Figur etwas abfällig darüber äussert: \"Psychologie ist eine ungenaue Wissenschaft!\" Ist das wirklich so? Das Ergebnis scheint doch viel wichtiger zu sein – oder etwa nicht?