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Traumschiff des Todes  
11.01.2021 22:20:08
 
Natürlich ist die Sache mit der Feder unwahrscheinlich, insbesondere bei einem Szenario, in dem die Kleidung gewechselt wird. Aber es ist nicht unmöglich. Normalerweise hängt sich eine Feder durch elektrostatische Anziehung an ein Kleidungsstück (außer es hat viele frei hängende Fasern wie ein Pullover aus grober Wolle, da kann sie auch rein mechanisch hängenbleiben). Beim Umziehen dürfte genug Bewegung entstehen, dass sich die Feder von der Kleidung löst. Sie kann aber nach oben gewirbelt werden und dann wieder hinuntertaumeln und am neuen Kleidungsstück hängenbleiben. Ist das vorne, wird sie auch bei schneller Bewegung nicht gleich weggeblasen. Wenn dann beim Türöffnen der Luftzug von der Seite kommt, löst sie sich und fällt schließlich zu Boden. Wichtig ist die Feder ja nur als erste Spur. Sie beweist nichts, aber sie gibt Columbo zu denken und er muss ja immer alle Details verstehen, die ihm auffallen.
Normalerweise hätte einem Mörder, der das Herz mit seinem ersten Schuss genau trifft und sieht, dass das Opfer danach zu keiner Handlung mehr in der Lage ist, klar sein müssen, dass das Malen eines "L" auf den Spiegel eher kontraproduktiv ist. In dieser Erkenntnis hätte er es unterlassen, denn für ihn war ja wohl nicht sonderlich wichtig, Harrington zu inkriminieren. Sein Motiv war die Erledigung der Erpressung.
Auch wenn die Überführung ohne Erwähnung des Motivs geschieht, dürfte Columbo eine Idee von den Gründen für den Mord haben, wie seine Aussprache mit Danzingers Frau zeigt.
Die Überführung selbst ist allerdings wenig glaubhaft. Hayden Danzinger hat ja gesehen, dass Columbo im Swimmingpool etwas gesucht und gefunden hat, und ist intelligent genug zu verstehen, dass er möglicherweise verdächtigt wird. Dass er dann Columbos Trick nicht durchschaut und sich von einer Drohung beeindrucken lässt, gemäß der Columbo nicht nachlassen wird, bis er den Mörder gefunden hat, ist unter seinem Niveau. Schließlich ist ihm doch auch klar, dass beim nächsten Anlegen der Fall an die lokale Polizei geht und Columbo weder den Auftrag noch (wahrscheinlich) die Möglichkeit hat, ihn noch weiter zu verfolgen. Also braucht er nur solange zu warten, um Columbo loszuwerden. Und woher weiß er denn, dass die angebliche intensive Suche nach den Handschuhen nicht schon längst die Feuerwehrschläuche einbezogen hat? Wenn sich dann die Handschuhe dort finden, ist doch sofort klar, dass sie erst nach der ersten Suche dort deponiert wurden.

Mord à la Carte  
Gast: Colombina
09.01.2021 15:33:40
 
Was mich enorm stört an dieser sonst an sich sehr spannenden Folge, ist das grauenhafte Italienisch, das gesprochen wird!
Es gibt doch wohl genug Schauspieler mit italienischem Hintergrund, die man für diese Folge zumindest für den Kellner, der ja ausschliesslich Italienisch spricht, hätte einstellen können...
Columbo selber kann ja gerne einen Akzent haben, aber dass er dafür dann grammatikalisch äusserst korrekt spricht, ist auch wieder sehr uglaubwürdig.
Schade...

Des Teufels Corporal  
09.01.2021 10:57:33
 
Es ist schon richtig, dass Columbo die Tat nicht nachgewiesen hat. Aber das muss er hier ja auch gar nicht. Der Täter ist nicht ein gewiefter Typ, der für jede Situation eine Ausrede hat. Sobald er einmal der Lüge überführt war, ging es einfach gegen seine Soldatenehre, den Versuch zu machen, sich herauszuwinden. Columbo fragt ja an einer Stelle auch einmal "Must I go on?", also: "Muss ich das noch weiter ausführen" (oder geben Sie die Tat jetzt zu?). Columbo berücksichtigt eben immer auch die Psychologie seiner Täter. Die zeigt sich übrigens auch darin, dass der Colonel zwar bereit ist, einen seiner Soldaten unschuldig für Nachlässigkeit bestrafen zu lassen, nicht aber versucht, ihn später des Mordes zu bezichtigen, als die Absicht hinter der Explosion klar geworden ist. Im Gegenteil, er versichert den Kadett seiner Unterstützung. Ich vermute, das war ehrlich gemeint, wenn der Colonel auch sicher nicht so weit gegangen wäre, seine eigene Schuld zuzugeben, um den Kadett zu schützen. Übrigens hätten nach der Zerlegung des Alibis die anderen Elemente (das Putztuch, der laute Knall, die Spuren von Plastiksprengstoff) in einem Indizienprozess wohl auch reichen können, den Täter verurteilen zu lassen (je nach Überzeugung der Jury).

Schwanengesang  
01.01.2021 21:25:11
 
Drei Anmerkungen:
Dass Tommy Brown seine Frau umbringt, ist, wie hier auch schon erwähnt wurde, sehr verständlich. Sie erpresst ihn laufend. Dass er Maryann als "Kollateralschaden" mit sterben lässt, verringert aber seine Sympathiewerte massiv. Die hat ja nun nichts anderes verbrochen als sich von ihm verführen zu lassen und sich dann der dominanten Edna zu unterwerfen, wann immer die Tommy drohen will.
Die Thermoskanne wegzuwerfen war eine (kleine) Dummheit (wer rechnet schon damit, dass deren Existenz überhaupt bekannt wird?). Die platzt beim Aufprall ohnehin und der Kaffee läuft aus oder verdampft gar im Feuer. Insofern musste der Mörder sie nicht beseitigen.
Praktisch dürfte das Gesamtszenario so nicht möglich sein. Zwar stürzt das Flugzeug nach dem Absprung fast sofort ab und hat auch eine recht steile Abwärtsbahn. Trotzdem sollte es sich mit mehr als 100 km/h vorwärtsbewegen, während der Fallschirmspringer nach dem Öffnen des Fallschirms stark abgebremst wird. Er kommt also normalerweise ein paar Kilometer hinter dem Aufschlagpunkt des Flugzeugs am Boden an (bei einer Absturzdauer von einer Minute mehr als 1,5 km). Die kann er mit dem gebrochenen Bein unmöglich so einfach zurücklegen.

Mord à la Carte  
Gast: Columbologe
19.12.2020 20:20:58
 
@ISABELLA Zwischen "Alter schützt vor Morden nicht" und "Mord à la Carte" liegen 2 Jahre. Das ist schon viel. Wenn aber "Mord à la Carte" schon 1981 gelaufen wäre, hätte die ARD sogar über 3 Jahre gewartet, um die zeitgleich produzierte Folge "Mord per Telefon" auszustrahlen, denn die lief definitiv erst 1984; da habe ich eine Programmzeitschrift von. Die Stimme von Klaus Schwarzkopf klingt in "Mord per Telefon" aber nicht 3 Jahre älter, sondern eher gleich alt. 1.1.1983 sollte also schon hinkommen.

Mord unter Brüdern  
Gast: Columbologe
19.12.2020 20:11:31
 
@Encilai Dann stimmte meine Vermutung. Korrupte Polizisten sind in diesem Fall die Mafia-Typen.
Du meinst "Seltsame Bettgenossen", nicht "Fremde Bettgesellen", denn sonst gäbe es ja schon unterschiedliche 3 Titel für die Folge.

Tödlicher Jackpot  
Gast: Columbologe
19.12.2020 20:08:32
 
@Encilai Ich traue Columbos Auskunft nicht, da er ein Jahr zuvor in "Ruhe sanft, Mrs. Columbo" schon behauptete, er sei "28 oder 29 Jahre verheiratet, 30 auf keinen Fall, das würde ich wissen."

Wein ist dicker als Blut  
Gast: krensak
18.12.2020 00:30:13
 
Ich denke, dass die "kriminalistischen Fehler" hier nicht in dem Maße vorhanden sind, wie einige, z.B. Tonio, gelegentlicher Besucher und Lwaxi meinen. Das "Abstellen des Ferrari für mehrere Tage" war kein Fehler, weil es ja sicher nicht in der Absicht von Rick Carsini gelegen hat, einen "Unfall" zu haben. Es sollte so aussehen, als wäre er tauchen gegangen und hätte seinen Wagen abgestellt. Normalerweise wäre er nach einer oder zwei Stunden wieder beim Wagen gewesen. Da er aber "verunglückte", blieb sein Ferrari eben (angeblich) tagelang stehen. Der Fehler des Mörders war, nicht zu berücksichtigen, dass es in der Zeit zwischen dem "Unfall" und dem Auffinden des Wagens geregnet haben konnte und deshalb im Auto bei offenem Verdeck Wasserflecken auf den Sitzen und Armaturen sein mussten. Er hätte also das Dach des Wagens schließen müssen, um den Verdacht zu vermeiden, dass das Auto nur kurze Zeit dastand, womit ein Mord ja schon nahezu erwiesen war.
Das Abschalten der Klimaanlage hatte den Zweck, den Tod des Bruders durch Ersticken herbeizuführen. Natürlich wusste Adrian Carsini, dass bei Nichtumwälzung der Luft im Keller sich auf dem Boden Kohlendioxid ansammeln würde. Wobei das meiste wohl vom Gären des Weins kommen musste. Bei einem genügend kleinen Raum reicht es auch, wenn er luftdicht ist und der darin Eingesperrte am Boden liegt. Dann erstickt er (auch ohne Wein) am Ende, weil der Sauerstoff durch Atmen verbraucht wird und die Kohlendioxidkonzentration unten zuerst ansteigt. Dass eine Taucherausrüstung vorhanden war, mit der ein solcher Tod plausibel erscheinen konnte (allerdings nicht das zweitägige Fasten davor), war ein unvorhergesehener Glücksfall für Adrian Carsini. Die Fesseln verhinderten, dass Rick Carsini durch eine nicht abschließbare Tür nach draußen konnte (und darüberhinaus, dass er aufstand, um in anderthalb Metern Höhe noch länger Frischluft zu haben). "Verdurstet" ist er natürlich nicht!
Am wenigsten plausibel ist, dass der Keller bei 40° Außentemperatur sich auf 60° aufheizt. Keller bleiben normalerweise im Sommer länger kühl als Erdgeschoßräume oder Räume in Obergeschossen. Allerdings sind normale Keller auch nicht luftdicht. Trotzdem wäre ein solches Aufheizen wohl nur mit einer besonders exponierten Lage des Kellers unter einer sonnenbeschienenen Fläche zu erklären, die das dauernde Funktionieren der Klimaanlage absolut notwendig gemacht hätte.
Natürlich hatte Columbo am Ende keinen gerichtsfesten Beweis. Bei konsistentem Leugnen des Täters hätte ein guter Anwalt ihn vielleicht frei bekommen. Aber darum ging es Columbo zu diesem Zeitpunkt auch gar nicht. Er hatte genügend Beweise für sich selbst und konnte so dem Täter klarmachen, dass er aus seiner Sicht überführt war. Und psychologisch lag der Täter am Boden, weil die Tat sich für ihn als viel teurer erwiesen hatte als erwartet: sein Lebenswerk, die Weinsammlung, war zerstört. Dass er nach einem solchen Tiefschlag, der für ihn ein Weiterleben fast sinnlos erscheinen ließ, relativ leicht zu einem Geständnis zu bringen war, damit konnte Columbo rechnen, dem ja wohl auch nicht entgangen war, dass er selbst Carsini nicht unsympathisch war.
Übrigens musste Columbo gar nicht wissen, wo die Weine vernichtet werden würden. Dass Carsini sich zu einer radikalen Trennung von seiner (für ihn und ähnliche Kenner) nun wertlosen Sammlung entschließen würde, das konnte Columbo durchaus erraten, weil er ihn psychologisch verstand. Und er ist ihm dann einfach heimlich so lange gefolgt, bis ihm klar war, wohin Carsini fahren würde. Ans Meer.
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